29.3.2006: DEFA Trickdesign
19:00 und 21:00 Uhr, scheune


Für die Wirkungskraft eines Animationsfilms ist eine originelle Geschichte genauso unentbehrlich wie seine clevere Gestaltung. Der Entwurf der Figuren und Szenerien entscheidet häufig darüber, wie und ob die Erzählidee funktioniert. Das Deutsche Institut für Animationsfilm hat aus seinem Archiv DEFA-Trickfilme herausgesucht, die unbestreitbar die breiten Möglichkeiten der Gestaltung in diesem Filmgenre glanzvoll ausloten bzw. den Designstil einer Epoche auf den Punkt bringen.

Internationale Anerkennung gewann das Dresdner Studio mit Otto Sachers Zeichenanimationsfilm „Die Sensation des Jahrhunderts“ (1960). Die pointenreiche Satire über den Wettlauf der Amerikaner zum Mond besticht noch heute durch ihren modernen graphischen Stil. Ebenfalls absolut im Zeitgeist der frühen 60er Jahre lagen die Drahtfiguren Filopat und Patafil. Die von Günter Rätz, Herbert Löchner und Klaus Rümmler geschaffenen Serienhelden und ihre kurzen, teilweise absurden Geschichten leben von der Spannung zwischen der formalen Strenge und einer scheinbar unbegrenzten Biegsamkeit der Figuren. Das Experiment mit unterschiedlichsten Materialien und deren unglaublich poetischer Einsatz gehört zur Handschrift von Kurt Weiler, der in „Die Suche nach dem Vogel Turlipan“ (1976) gemeinsam mit der Gestalterin Gabriele Koerbl in phantastische Landschaften aus Haushaltbürsten und Porzellanscherben entführt. Zeichentrick und Flachfigur verbindet Lutz Dammbeck 1984 in „Die Entdeckung“ zu einer ästhetisch bemerkenswerten und frischen Fabel über eine Hummel, die es in die Welt hinauszieht. Noch mehr Glanzstücke des Designs gefällig? Kommen und sehen!