26.4.2006: Steamboy
19:00 und 21:30 Uhr, scheune


Großbritannien 1866: Das fortschrittshungrige England befindet sich mitten in der industriellen Revolution, und seit der Erfindung der Dampfmaschine ist Dampf das Zauberwort: Dampf haucht jeder trägen Maschine aus Stahl Leben ein. Und so fiebert man mit großer Aufregung und Vorfreude der ersten Weltausstellung entgegen, die im Kristallpalast zu London unmittelbar bevorsteht. Fernab dieses Trubels verbringt der junge Ray Steam, Sproß einer Wissenschaftlerfamilie, Tag und Nacht damit, eigene Erfindungen zu tätigen. Als er ein Paket von seinem Großvater erhält, ändert sich sein bis dahin beschauliches Leben grundlegend. Der Inhalt ist ein „Steamball“ mit ungeahnten Superkräften, und er ist heiß begehrt…

„Steamboy“ ist wohl das ehrgeizigste Werk der japanischen Anime-Geschichte. Acht Jahre hat Katsuhiro Ôtomo („Akira“) an seinem preisgekrönten Meisterwerk gearbeitet, einer phantastischen Reise durch das viktorianische England des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Wie hätte die Welt ausgesehen, wenn man nur noch im Stile des legendären Londoner Kristallpalastes gebaut hätte? Und was wäre gewesen, wenn man jeden Gegenstand mit Dampf betrieben hätte? Dies ist jedenfalls die Welt von „Steamboy“. Eine spektakuläre retro-futuristische Welt, in der Ôtomo gigantische Apparaturen zum Leben erweckt, sie aufeinander los läßt und damit ein atemberaubendes Epos von grotesker Schönheit kreiert, wie es sich Jules Verne nicht hätte besser ausdenken können. So ist „Steamboy“ eine filmische Dampfmaschine: Atemberaubend schnell, hoch explosiv und außergewöhnlich (un)japanisch!

Japan 2004, Idee und Regie: Katsuhiro Ôtomo, Produktion: Steamboat Committee, Bandai Visual, Sunrise VAP, 126 Min., 35 mm, OmdtU