28.10.2007, 19:00 Uhr 
DEFA: Gewagt und gefährlich

Zwischen 1955 und 1992 produzierte das DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden ca. 1500 Filme. Darunter befanden sich auch einige gewagte Filme, die nur nach langem Kampf mit „kunstverständigen“ Parteikadern hergestellt bzw. selten oder gar nicht in den Kinos gezeigt wurden. Vorbehalte gegen einen Film konnten ästhetischer und inhaltlicher Natur sein. 

Insbesondere abstrakte Arbeiten wurden oft als zu „formalistisch“ eingestuft, wie z.B. Sieglinde Hamachers Film „Kontraste“ oder die Serie „Musikalische Arabesken“ von Heinz Nagel, der damit Visualisierungen im Sinne eines künstlerischen Musikclips schuf, die noch heute beeindrucken. Vermutlich wurde bei diesen poetischen Arbeiten der freie Geist zu sehr gefürchtet. Überraschen kann aber, welche für den DDRBürger sehr deutlich herauszulesende Kritik in gezeichneten Satiren, wie z.B. von Otto Sacher, und in Handpuppenfilmen zeitweise die Zensur passieren konnten. Auch bildende Künstler wie Helge Leiberg und Lutz Dammbeck realisierten im DEFA-Studio Filme, die erst beim Lesen zwischen den Bildern ihre volle Brisanz erkennen lassen. 

Ehemalige Regisseure und Dramaturgen des Studios werden nach der Präsentation der Filme über das politische und ästhetische Tauziehen im Trickfilmstudio berichten.